Wann
25.04.2027 von 10 bis 18 Uhr
Wo
Samariterhaus
Samariterstraße 27
10247 Berlin
Kosten
55€
Queersensible Pädagogik bedeutet, Vielfalt bewusst mitzudenken und pädagogische Räume diskriminierungssensibel zu gestalten. Gerade in einer Zeit, in der geschlechtliche und sexuelle Vielfalt gesellschaftlich zunehmend kontrovers diskutiert wird und queere Menschen immer wieder mit Ausgrenzung und Abwertung konfrontiert sind, ist eine klare und wertschätzende pädagogische Haltung besonders wichtig. Dabei geht es nicht allein darum, queere Kinder und Jugendliche zu unterstützen, sondern um eine Haltung, von der die gesamte Gruppe profitiert: Wenn unterschiedliche Lebensweisen selbstverständlich anerkannt werden, können alle Kinder und Jugendlichen Zugehörigkeit erleben, sich frei entfalten und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln. Wir beschäftigen uns mit queeren Lebensrealitäten und den Grundlagen geschlechtlicher Vielfalt sowie sexueller Orientierung. Gemeinsam reflektieren wir die eigene pädagogische Haltung und setzen uns mit gesellschaftlichen Normen und Erwartungen auseinander. Dabei schauen wir darauf, wie Sprache, Materialien, Spiele und alltägliche Situationen unbeabsichtigt ausschließen können und wie wir pädagogische Angebote vielfältiger gestalten.
Ein besonderer Fokus liegt auf der praktischen Anwendung: Wie reagieren wir auf Ausgrenzung oder abwertende Sprüche? Wie schaffen wir Räume, in denen unterschiedliche Identitäten und Lebensweisen selbstverständlich Platz haben? Und wie lässt sich eine queersensible Haltung in Gruppenangeboten, Ferienfahrten, Projekten sowie in der Zusammenarbeit mit Familien und im Team umsetzen?
Inhalte:
- Grundlagen: Begriffe und Perspektiven queersensibler Pädagogik; Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Vielfalt
- Queere Lebensrealitäten: Lebenssituationen und Erfahrungen von Kindern, Jugendlichen und Familien
- Gesellschaftlicher Kontext: Aktuelle Entwicklungen und die Bedeutung queersensibler Pädagogik
- Reflexion der eigenen Haltung:Auseinandersetzung mit eigenen Vorstellungen, Erfahrungen und gesellschaftlichen Normen
- Heteronormativität und Cisnormativität:Wie wirken Normvorstellungen im pädagogischen Alltag und in unseren Angeboten?
- Diskriminierung erkennen und handeln:Ausgrenzung und abwertende Situationen wahrnehmen, einordnen und angemessen reagieren
- Queersensible Gestaltung pädagogischer Räume:** Sprache, Materialien, Regeln, Spiele und Angebote vielfältig und diskriminierungssensibel gestalten
- Pädagogische Praxis: Konkrete Möglichkeiten, queersensible Ansätze in Gruppenangeboten, Projekten, Ferienfahrten und im Team umzusetzen
- Praxisbeispiele und Fallbesprechungen: Gemeinsame Bearbeitung konkreter Situationen aus dem pädagogischen Alltag
- Austausch über Herausforderungen: Erfahrungen, Unsicherheiten und Handlungsmöglichkeiten gemeinsam reflektieren
- Transfer in die eigene Praxis: Entwicklung konkreter Ideen und erster Schritte für den jeweiligen Arbeitskontext
Wie kann queersensible Pädagogik die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereichern? Wie können pädagogische Räume entstehen, in denen Vielfalt selbstverständlich mitgedacht wird und sich alle Kinder und Jugendlichen zugehörig und angenommen fühlen? Und was bedeutet es, queere Perspektiven im eigenen professionellen Handeln mitzudenken, unabhängig davon, wer sich gerade im eigenen Arbeitskontext befindet? Gerade in einer Zeit, in der geschlechtliche und sexuelle Vielfalt gesellschaftlich wieder stärker umkämpft und diskutiert wird, braucht es pädagogische Räume, die Schutz, Offenheit und Zugehörigkeit ermöglichen. Queersensible Pädagogik richtet sich dabei nicht ausschließlich an queere Kinder und Jugendliche. Sie eröffnet der gesamten Gruppe die Möglichkeit, unterschiedliche Lebensweisen kennenzulernen, eigene Vorstellungen zu hinterfragen und Vielfalt als bereichernd
zu erleben. In dieser Fortbildung setzen wir uns mit queeren Lebensrealitäten auseinander und betrachten, welche Bedeutung Geschlecht, sexuelle Orientierung und gesellschaftliche Normen für unser pädagogisches Handeln haben. Wir schauen darauf, wo Hetero- und Cisnormativität unseren Alltag prägen, etwa in Sprache, Materialien, Spielen, Regeln oder der Zusammenarbeit mit Familien und wie wir pädagogische Angebote bewusster und vielfältiger gestalten können. Gemeinsam reflektieren wir eigene Erfahrungen, Unsicherheiten und Fragen und entwickeln konkrete Ideen für eine diskriminierungssensible Praxis. Dabei geht es auch darum, wie wir auf Ausgrenzung, abwertende Äußerungen oder Unsicherheiten in der Gruppe reagieren und wie wir Kinder und Jugendliche darin stärken können, unterschiedliche Lebensweisen zu respektieren und füreinander einzustehen. Der Tag bietet verschiedene fachliche und praktische Impulse, die sich an den Interessen, Erfahrungen und Bedürfnissen der Gruppe orientieren. Wir möchten einen Raum schaffen, in dem
Fragen willkommen sind und auch Unsicherheiten Platz haben. Ziel ist nicht, immer die „richtige“ Antwort zu finden, sondern gemeinsam Perspektiven zu entwickeln und konkrete
Handlungsmöglichkeiten für den pädagogischen – und gerne auch den privaten – Alltag mitzunehmen.
Referent*innen:
Wir sind Arlo (er/they) und Mo (keine Pronomen) und leben beide in Berlin. Als weiße queere Personen bringen wir unsere Erfahrungen und unsere pädagogische Praxis in diesen Workshop ein. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass unsere Perspektive begrenzt ist und wir nicht für die Vielfalt queerer Lebensrealitäten sprechen können. Deshalb verstehen wir die Fortbildung nicht als Ort, an dem wir endgültige Antworten geben, sondern als Raum für gemeinsames Lernen, Reflexion und Austausch.